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Hintergründe von Serien-Boxen

Wie bei jedem Artikel, der verkauft wird, gibt es auch bei den Serien-Boxen zwei Seiten: Den Käufer und den Verkäufer. Ersterer erfreut sich natürlich über tolle Extras, eine feine Verpackung sowie ansprechende Technik. Doch was macht der Verkäufer, um diesen Ansprüchen gerecht zu werden? Wir haben uns in der Branche umgehört und einige interessante Statements sowie Kommentare bekommen.

Beginnen wir mit den Serien selbst, die von den Verleihern auf DVD herausgebracht werden. Die Befragten sind sich einig, dass die Popularität einer Serie ausschlaggebend für einen Release auf dem deutschen Markt ist. Aber nicht nur das ist wichtig: Denn stets bleibt das rechtliche beziehungsweise lizenztechnische Problem vorhanden: Wenn ein Verleih in den USA das Recht an einer Serie hat, heisst das noch lange nicht, dass in Deutschland alles über denselben Verleih läuft. Grundsätzlich erscheinen aber bereits die Serien im TV unter einem vom Verleih gegründeten Label, womit auch auf dem deutschen Markt derselbe Verleih die Vermarktung übernimmt.

Somit wären wir bereits bei einem weitern wichtigen Punkt: Dem Transfer von den USA nach Deutschland, Österreich und natürlich in die Schweiz. Nicht immer bekommt man hierzulande dieselbe Ausstattung wie in Übersee geboten. In einigen Fällen werden gar Season-Boxen in zwei gesplittet. Der Grund ist offensichtlich: Fans kaufen beide und müssen somit einen erheblichen Mehrpreis bezahlen, wie etwa jüngst bei 'Charmed'. Ein weiterer Punkt, der nicht immer identisch ist, ist die Ausstattung. Es kommt öfters vor, dass in Übersee ganz andere Extras auf die DVDs gepackt werden als im deutschsprachigen Raum. Bestes Beispiel dafür ist 'Friends': Zwar erscheinen jene Staffel-Boxen in den USA später als in Deutschland, dafür werden die Fans mit erweiterten Folgen und vielen Dreingaben beglückt. Davon kann man hier nur träumen: Lediglich die letzte Staffel der Erfolgsserie bietet ein paar wenige Extras. Aber auch das hat meistens Lizenzgründe, wie uns etwa KochMedia mitgeteilt hat. In gewissen Fällen haben aber die Deutschen Vorteile gegenüber den Amerikanern, etwa wenn auf die DVD ein Special gepackt wird, das sich mit der Vermarktung im eigenen Land beschäftigt. In Sachen Technik sind sich die Verleihe wieder einig: Gute Technik gehört heutzutage genauso dazu wie umfangreiche Extras - auch wenn dieser Aspekt noch lange nicht von allen durchgeführt wird.

Aber es gibt noch weitaus mehr als "nur" die DVD selbst. Denn das wahre Sammelvergnügen beginnt schon bei der Verpackung. Und bei diesem oftmals unterschätzen Aspekt gestehen einige Verleihe ein, dass sich hier noch einiges ändern muss. So etwa Warner Home Video, die zum Thema Verbesserungspotenzial folgendes meinen: "Neue TV-Serien kommen in neuen Verpackungsdesigns daher... alte werden überarbeitet. Das war allerhöchste Zeit! Vernünftige Booklets sind kaum vorhanden." Bleibt zu hoffen, dass diese neue Verpackungsart im Stile von 'Nip/Tuck' ist, da ein Digipack immer lieber gesehen ist, als eine billig wirkende Amarayhülle. Dass man selbst mit Amarayhüllen eine ansprechende Verpackung gestalten kann, hat Buena Vista in den USA bewiesen: Obwohl die zweite Staffel von 'Alias dort in drei Amarayhüllen in einem Pappschuber erscheint, wirkt die Hülle dank eines hochwertigen Überzugs erstklassig. Bei der dritten Season hat man das gar noch optimiert, indem man die Amarays durch eine Buchform à la 'Smallville' ersetzt, den Plastiküberzug aber beibehalten hat. Schade: In Deutschland entschied sich Buena Vista lediglich für Amarayhüllen in Pappschubern. Ein trauriger Trend ist das Aussterben von Booklet: Zwar sind sie bei Serien oftmals gängig, um über die einzelnen Episoden zu informieren. Bei den Amaray-Boxen werden diese Infos allerdings einfach auf die Rückseite geklatscht.

Wie sich die Branche der Serien auf DVD entwickeln wird, ist eher vorhersehbar, als wie sich das TV-Genre überhaupt entwickelt. Derzeit gibt es drei grobe Arten von Serien: Standalone-Episoden-Serien, Storyarc-Serien und eine Mischung aus beiden. Ersterer hat etwa Vertreter wie 'Simpsons' oder 'King of Queens', die ohne durchgängige, weiterführende Story auskommen. Für die Storyarcs ist '24' das beste Beispiel: Jede Folge ist mit der letzten verknüpft und die Geschichte wird stetig weitergeführt. Die Mischung erklärt sich somit von selbst: Zwar ist jede Episode in sich geschlossen, eine weiterführende Story schwebt allerdings über dem Geschehen, wie etwa bei 'Nip/Tuck'. Bei unserer Umfrage sahen rund 75% der befragten Vertriebe die Zukunft der Serien im Storyarc-Bereich. Eine logische Schlussfolgerung: Serien, die weitererzählt werden, binden den Zuschauer und fördern somit die Verkaufszahlen einer möglichen Serien-Box.

© geschrieben von Adrian Spring

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