Dafür braucht man Nerven. 'Together' ist mehr als nur ein Horrorfilm. Er verbindet Körper-Horror mit einer psychologisch dichten Beziehungserzählung und gewinnt daraus eine verstörende, zugleich nachdenkliche Wirkung. Regisseur Michael Shanks, der hier sein Spielfilmdebüt vorlegt, erzählt von einem Paar, das aufs Land zieht, um seiner stagnierenden Beziehung neuen Schwung zu geben. Millie und Tim - gespielt von Alison Brie und Dave Franco, die auch im echten Leben ein Paar sind - wirken anfangs wie ein typisches langjähriges Paar mit Alltagsproblemen. Doch ein Ausflug in eine Höhle setzt einen mysteriösen physischen Veränderungsprozess in Gang, der nicht nur ihre Körper, sondern auch ihre Identität und Beziehung auf die Probe stellt. Was den Film so eindrucksvoll macht, ist die Art, wie er beängstigende Körpermetaphern nutzt, um tiefer liegende Beziehungsthemen auszuleuchten. Die Transformation wirkt grotesk und körperlich verstörend, ist aber zugleich eine visuelle Allegorie für Co-Abhängigkeit, Verlust von Individualität und die Frage, wie weit zwei Menschen in einer Partnerschaft wirklich ineinander aufgehen dürfen. Shanks’ Ansatz ist bewusst subtil. Statt reiner Splatter-Effekte setzt er auf eine Mischung aus psychologischer Verunsicherung, surrealen Bildern und überraschenden Momenten, die das Publikum eher verstören als schocken. Die Kameraarbeit von Germain McMicking zeichnet die Landschaften des ländlichen Raums in warmen Tönen, bevor sie sich in klaustrophobisch wirkende Innenräume verwandelt - ein Kontrast, der die seelische Zerrissenheit der Figuren spiegelt. Brie und Franco tragen den Film mit glaubwürdigen, nuancierten Leistungen. Millie ist stark, aber verletzlich; Tim wirkt charmant, aber zunehmend verunsichert, was die wachsende Spannung zwischen Nähe und Fremdsein spürbar macht. Besonders in den stillen, beinahe elegischen Momenten bleibt der Film im Gedächtnis, weil er weniger auf laute Effekte als auf leise Eskalation und emotionale Verdichtung setzt. Ein atmosphärischer, eindringlicher Beitrag zum Genre, der länger nachhallt als viele Genre-Vertreter. Unheimlicher Body-Horror, der Nähe, Liebe und Abhängigkeit radikal und beklemmend spiegelt! |