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The World According to Garp



Release:
20. Januar 2006

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Kurzkritik:
Robin Williams ist einer der wenigen Schauspieler der bei Komödien genauso überzeugen kann wie bei Dramen. 'Garp' ist ein Film beider Genres. Was anfangs wie ein klassischer Familienfilm mit komödiantischen Einlagen wirkt, entwickelt sich zu einer Biografie die schlussendlich in einem spektakulären Drama endet. Abgesehen von seiner zu langen Laufzeit weiss 'Garp' zu gefallen und ist ein Film der ans Herz geht und zum Denken anregt.







Inhaltsangabe

Das Leben von Garp (Robin Williams) beginnt aussergewöhnlich. Die resolute Krankenschwester Jenny Fields (Glenn Close) will ein Kind, aber keinen Mann. Also nutzt sie die Erektion des im Zweiten Weltkrieg schwer verwundeten Technical Seargent Garp für ihre Zwecke und gibt dessen Namen an ihren so gezeugten Sohn weiter: T.S. Garp. Als dieser schulpflichtig wird, nimmt sie eine Stelle als Krankenschwester in der für ihn vorgesehenen Schule in New Hampshire an. Gegen Ende der Schulzeit verliebt sich Garp in Helen Holm (Mary Beth Hurt), die Tochter seines Ringkampftrainers. Sie bestärkt ihn in seinem Wunsch Schriftsteller zu werden, doch muss Garp erkennen, dass es ihm noch an der notwendigen Lebenserfahrung mangelt. Also reist er nach New York und macht dort einige Erfahrungen, die ihn zum Schriftsteller reifen lassen; er schreibt seine erste gelungene Geschichte, welche ihn mächtig stolz macht. Doch auch die mitgereiste Mutter hat ein Buch geschrieben, welches jedoch viel erfolgreicher wird und sie zu einer Leitfigur der Frauenbewegung werden lässt.



Kritik

‘Garp‘ ist ein vielschichtiger Film voller Witz, Emotionen und Beziehungen. Als Zuschauer begleitet man Robin Williams in der für ihn bestens zugeschnittenen Rolle des T.S. Garp von dessen Geburtsjahr bis zu dessen (vermeintlichen?) Tode durchs Leben. Angefangen als kleines, sechsjähriges Kind ist Garp schon anzumerken, dass er sich ein wenig anders verhält als all die anderen Kinder. Nicht anders im Sinne einer Behinderung, sondern anders im Bezuge auf sein Vorstellungsvermögen und seine Art das Leben zu leben - bereits im Alter von sechs Jahren. Dies glaubwürdig und überzeugend dem Publikum zu verkaufen ist eine enorme Regieleistung, die hier Star-Regisseur George Roy Hill an den Tag gelegt hat. Erst nach zirka zwanzig Minuten Spielzeit ist Robin Williams erstmals zu sehen.

Trotzdem hat er noch etwa zwei Stunden Filmlaufzeit vor sich wo er sich als Garp entfalten kann und über das Leben zu philosophieren. Dies ist auch einer der wenigen Kritikpunkte von ‘Garp‘. Fast zweieinhalb Stunden Film sind für eine Tragikomödie einfach zu lang. Ein historisches Epos oder abwechslungsreiche Science-Fiction Thriller mögen eine solche Länge ja vielseitig füllen – doch nach spätestens zwei Stunden ist beim Zuschauer die Luft raus und das Ende wird sehnlichst erhofft. Dank mehreren Schicksalsschlägen in den letzten Minuten wird aber dieser Aspekt auch teilweise aufgehoben oder besser gesagt: gerettet. Die Schauspieler sind gut ausgewählt worden und können auch dementsprechend überzeugen. Allen voran Robin Williams und Glenn Close. Letztere besticht durch die sehr authentische Darstellung einer resoluten Krankenschwester, die in diesem Film indirekt einen grossen Beitrag zur Frauenbewegung in den sechziger Jahren beiträgt.

Dieser und viele weitere Aspekte gaben Garp aka Robin Williams im Film zu denken. Dies merkt der Zuschauer, auch wenn Williams nicht viel spricht. Seine Mimik und Gestik ist einzigartig und trägt viel zu seiner starken Schauspielleistung in diesem Film bei. Der Humor kommt glücklicherweise auch nicht zu kurz. Besonders in den Anfangsszenen und als Garp noch ein Teenager war, reihen sich die Lacher quasi aneinander. Unverständlich dass die Altersbegrenzung auf FSK16 gesetzt wurde, da wirklich nur sehr wenige Szenen anstössig wirken und auf die auch problemlos verzichtet hätte werden können. Nichtsdestotrotz bleibt ‘Garp‘ ein vielschichtiger, unterhaltsamer, aber doch denkwürdiger Film der dem einen oder anderen noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die DVD
Bild
Das der Film mehr als 20 Jahre auf dem Buckel hat merkt man ihm sichtlich nicht an. Das Bild ist ausgesprochen scharf gezeichnet und brilliert mit bunten und prächtigen Farben. Auch der Kontrast lässt in dunklen sowie hellen Szenen keine Wünsche offen. Und zu guter Letzt sucht man auch vergebens nach Bildunreinheiten, da schlichtweg keine solche vorhanden sind.
Sound
Der Ton hält sich eher im Hintergrund. Da, bis auf zwei, drei Szenen, keine Spezialeffekte vorkommen und es sich ja schliesslich um eine Tragikomödie handelt, erwartet man als Zuschauer kein akustisches Feuerwerk. Doch ein wenig mehr Dynamik wäre trotzdem nicht fehl am Platz gewesen. Die Dialoge überzeugen zwar, doch wirkt die Umgebung verständlicherweise (wegen des Mono-Sounds) ziemlich leblos.

Extras
- Trailer zur 'James Dean Collection'


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel The World According to Garp
Genre Tragikomödie
Studio Warner Bros.
Verleih Warner Home Video
Laufzeit ca. 131 Minuten
FSK ab 16 Jahren
Regie George Roy Hill
Darsteller Robin Williams, Mary Beth Hurt, Glenn Close, John Lithgow, Hume Cronyn
 
Technische Details
Bild 16:9 (1.85:1)
Ton Deutsch: Mono
Englisch: Dolby Surround 2.0
Spanisch: Mono
Untertitel Deutsch, Englisch, Spanisch, Dänisch, Finnisch, Griechisch, Hebräisch, Norwegisch, Polnisch, Portugiesisch, Schwedisch, Tschechisch, Ungarisch, Deutsch (für Hörgeschädigte), Englisch (für Hörgeschädigte)
Anzahl Discs 1
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Philipp Fankhauser am 20.03.06

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