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Als 'Saints Row' 2006 erschien, war wohl allen Videospielern sofort klar, dass das Franchise dem Erfolg der 'GTA'-Reihe nacheifern will. Das Gameplay erinnert einfach zu sehr an Rockstars Action-Hit. Doch aufgrund des (zu) überdrehten Stils von 'Saints Row' und den eher durchwachsenen Spielmechanismen, konnte der gewünschte Kult-Status nie erreicht werden - aber immerhin erschienen drei Fortsetzungen (2008 bis 2013). Und nun, fast zehn Jahre nach dem letzten Teil, kommt sogar ein Reboot der Serie in die Läden - unter dem schlichten Titel 'Saints Row'.

Der Reboot erzählt die Entstehungsgeschichte der Saints - und diese ist eigentlich schnell zusammengefasst: Vier WG-Mitbewohner haben die Schnauze voll von ihren Arbeitgebern sowie den anderen kriminellen Gangs - und gründen eine eigene Organisation. Man sieht: Storytechnisch gibt man sich nicht wirklich viel Mühe, eine komplex-umfangreiche Geschichte zu erzählen - doch der Fokus der 'Saints Row'-Spiele lag noch nie bei der Story, sondern viel mehr auf der Action und der Unterhaltung. Überraschend ist dieses Mal sicherlich die Map, welche nicht nur (wie die bisherigen Teile) ein Stadt-Setup enthält, sondern auch ein riesiges Umland. Dieses ist überraschend detailliert gestaltet - mit vielen versteckten Geheimnissen, die zu lüften sind. Vor allem die zahlreichen Nebenaufgaben laden dazu ein, die wirklich schön gestaltete Map, mit ihren total unterschiedlichen Distrikten, zu besuchen und zu erkunden.



Gleich zu Beginn des Games erwartet den Spieler eine Mission, die 'Saints Row' ziemlich gut zusammenfasst: Viel Action, viel Geballer, überdrehter Humor und eine sehr Arcade-lastige Spielweise. Insbesondere letztere wird für viele Spieler gewöhnungsbedürftig sein, da mittlerweile ziemlich alle Open World-Spiele (insbesondere Referenzen wie 'GTA 5' oder 'Red Dead Redemption 2') immer näher an eine realistische Spielweise möchten. Nicht unbedingt in allen Bereichen, aber zumindest bei jenen, die das Spielgefühl trüben könnten. Einige Beispiele: Richtungswechsel der Charaktere beim Gehen wirken viel natürlicher, oder Sprünge aus dem ersten Stock eines Hauses - sowie das Fahrverhalten in den Kurven bei den Autos. Schade, dass sich hier 'Saints Row' regelrecht an seiner Arcade-Spielweise festklammert - obwohl die überaus schön anzusehende und detailliert gestaltete Spielwelt eigentlich viel mehr zu einem realistischeren Gameplay passen würde. Superkräfte und Ausserirdische wie in 'Sains Row 4' (2013) gibt es zwar nicht mehr, aber dennoch fehlt noch sehr viel, zu einem ansatzweise realistischen Spielgefühl. Dazu trägt auch das Missions-Design bei, welches immer noch sehr altbacken wirkt und trotz viel Innovation immer wieder mit sehr repetitiven Aufträgen aufwartet.



Zusammengefasst: Vieles funktioniert im 'Saints Row'-Reboot und begeistert stellenweise sogar, doch fast jedes Erlebnis ist mit einem "Aber" verbunden. Zum Beispiel: Viel Action, aber wenig Story. Schön gestaltete Map, aber in die Ferne nimmt das Blurring zu und der Detailgrad ab. Gute, intuitive Steuerung, aber die Arcade-lastige Spielweise ist einfach nicht mehr zeitgemäss. Ähnlich beim Missions-Design: Die Nebenaufgaben wirken oftmals spannender als die Hauptmissionen - oder auch die Tatsache, dass das Setting eigentlich einem Nevada mitsamt Las Vegas nachempfunden wurde, aber Gambling in den Casinos sowie ein Casino-Raubüberfall nicht möglich sind. Man sieht: 'Saints Row' macht eigentlich vieles richtig, aber die letzten Schritte, um auf den obersten Berggipfel zu gelangen, fehlen leider noch.


Genre: Action/Open World
Plattformen: Playstation 4, Playstation 5, Xbox One, Xbox Series
Release: 23. August 2022
Altersfreigabe: ab 18 Jahren
Publisher: Deep Silver


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verfasst von Philipp Fankhauser
8. September 2022

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