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Sophie Scholl - Die letzten Tage



Release:
23. September 2005

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Kurzkritik:
Das tragische Schicksal der jungen Sophie Scholl ist auf jeden Fall ein Blick wert. Kein Wunder, gehört doch Julia Jentsch du den grössten Newcomerinnen des deutschen Kinos. Löblich, dass sich Warner bei der DVD besonders Mühe gegeben und gleich eine Bonusdisc spendiert hat.







Inhaltsangabe

Wir schreiben das Jahr 1943. Adolf Hitlers Macht in Deutschland ist auf einem Höhepunkt und nur wenige Inländer wagen es, Propaganda gegen ihn zu führen. Einige dieser Widerstandskämpfer sind Mitglieder der Weissen Rose, darunter das Geschwisterpaar Sophie (Julia Jentsch) und Hans (Fabian Hinrichs) Scholl. Eines Tages verteilen sie an der Münchner Universität Flugblätter, die den Leuten die Augen bezüglich des Schreckens des Dritten Reiches öffnen sollen. Doch die beiden werden von der Polizei gefasst und verhört. Sophie wird vom Inspektor Mohr (Gerald Alexander Held) in die Zange genommen und er setzt sie mit allen möglichen Mitteln unter Druck, damit sie ihre Tat zugibt...



Kritik

Deutsche Filme über die damalige Schreckenszeit boomen. Neben 'Der Untergang' mit Bruno Ganz war auch 'Napola' im zweiten Weltkrieg angesiedelt. Der bis anhin beste neue Film zu diesem Thema ist aber 'Sophie Scholl'. Dies obwohl der grösste Teil des Filmes in einem Zimmer stattfindet, in dem Sophie Scholl verhört wird. Aber genau in diesen Szenen kommt der grosse Pluspunkt des Films zum Vorschein: Die Newcomerin Julia Jentsch. In einer winzigen Rolle hat man sie in 'Der Untergang' bereits gesehen, ihren Durchbruch hatte sie aber mit 'Die fetten Jahre sind vorbei' und jetzt eben mit dem Biopic zu Scholl. Die sympathische Schauspielerin verinnerlicht ihre Rolle der Sophie so sehr, dass man richtig mit leidet. Der Lohn der Mühe war ein Deutscher Filmpreis als beste Schauspielerin. Auch beim restlichen Cast hat man mehr auf Können als auf Berühmtsein geachtet, was der dichten Atmosphäre des Films nur zugute kommt. Vielleicht etwas überspitzt: André Hennicke als Richter Freisler wirkt fast ein wenig zu extrem. Den damaligen Berichterstattungen zufolge ist seine Darstellung aber gar nicht so abwegig.

In den ersten 30 Minuten ist die Spannung im Film immens. Besonders bei der Flugblattaktion an der Münchner-Uni wird durch die atmosphärische Musik der Puls des Zuschauers in die Höhe getrieben. Aber auch die Verhöre zwischen Sophie Scholl und Inspektor Mohr sind gut inszeniert. Zwar fehlt dort manchmal die Spannung, dafür ist der Inhalt der Dialoge extrem reichhaltig: Man bekommt die Ansichten der Weissen Rose klar verständlich aufgetischt, ohne dass es belehrend wirkt. Auch die Gerichtsverhandlung gen Ende des Films ist beeindruckend und wirkt fast elektrisierend. Als dann das Todesurteil für Sophie, Hans und ein weiteres Mitglied der Weissen Rose verkündet wird, bildet sich ein Kloss im Hals des Zuschauers – obwohl man die Vollstreckung durch den geschichtlichen Hintergrund schon weiss. 'Sophie Scholl' ist klar einer der besseren deutschen Filme der letzten Jahre und ist ähnlich gut gelungen wie 'Die fetten Jahre sind vorbei', auch wenn die Thematik eine ganz andere ist. Nur eines hat Scholl dem anderen voraus: Drei Deutsche Filmpreise, inklusive bester Film.

Die DVD
Bild
100%ig kann das Bild nicht überzeugen. Dies liegt vor allem an den häufigen Rauschmuster, die auftreten, und der nicht immer optimalen Schärfeeinstellung. Farblich ist der Film in kühlen Grautönen gehalten, was sich aufgrund der Thematik als weiser Entscheid herausstellt. Der Kontrast ist in Ordnung.
Sound
Hier dominiert eindeutig die Musik in Sachen Surroundspeakern. Die Stimmen, die den Hauptteil des Audioteils ausmachen, werden vorwiegend über den Center und die Frontspeaker wiedergegeben. So kann keine richtige Atmosphäre entstehen. Jedoch ist der Film auch nicht auf Surround ausgelegt.

Extras
- Making Of
- Audiokommentar
- Zeitzeugen im Gespräch
- Richteraufnahme
- Originaldokumente
- Filmografien
- Fotogalerie
- Nicht verwendete Szenen
- Verpatzte Szenen
- Kinotrailer

Die Berichte zum geschichtlichen Hintergrund, etwa die Interviews mit Zeitzeugen, sind interessant und regen zum Nachdenken an. Natürlich gibt es auch filmspezifische Extras wie das Making of, das gut über die Entstehung berichtet. Dazu gibt es haufenweise zusätzlicher Szenen, die mehr oder weniger gut sind. Etwas fehl am Platz sind die Outtakes, zumal diese gar nicht unterhalten. Für Geschichtsinteressierte gibt es einige Originaldokumente. Alles in allem ein nettes Paket, bei dem aber sicherlich auch noch ein wenig mehr drinnen gelegen wäre.


DVD Übersicht
Filminformationen
Originaltitel Sophie Scholl - Die letzten Tage
Genre Kriegsfilm
Studio X Verleih
Verleih Warner Home Video
Laufzeit ca. 116 Minuten
FSK ab 12 Jahren
Regie Marc Rothemund
Darsteller Julia Jentsch,d Fabian Hinrichs,b Gerald Alexanderm Held, Johannaw Gastdorf, Andrét Hennicke
 
Technische Details
Bild 4:3 (?:1)
Ton Deutsch: Dolby Digital 5.1
Untertitel Deutsch für Hörgeschädigte
Anzahl Discs 2
Verpackung Amarayhülle

© rezensiert von Adrian Spring am 22.09.05

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